Surfing Big Waves mit Alex Zirke

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2. März 2021

Eine kopfhohe Welle wird von den meisten Surfern schon als groß bezeichnet. Alex Zirke packt bei solchen Wellen noch nicht einmal seine Lieblings-Surfbretter aus. Als Big Wave Surfer interessiert sich Alex für Wellen ab 20 Fuß aufwärts

In diesem Blog erfährst du alles über das Big Wave Surfen. Was der Unterschied zwischen "Tow in" und "Paddle in" bedeutet, was es für Big Wave Equipment gibt und wie das Training eines Big Wave Surfers aussieht. Falls du schon etwas Surfen kannst verraten wir dir am Ende dieses Blogs wie und wo du selbst in sicherer Umgebung und mit einem professionellen Team zu solchen Big Waves kommst.

 

Was ist Big Wave Surfen und wo liegt der Unterschied zum herkömmlichen Wellenreiten?

Das Big Wave Surfen wird als eine Unterkategorie des herkömmlichen Surfens eingestuft. Es ist nicht falsch, dennoch gibt es große Unterschiede und selbst Surfer sehen es eher als zwei unterschiedliche Sportarten an. Grundsätzlich spricht man erst von einer „Big Wave“ ab einer Wellenhöhe von 20 Fuß. Das entspricht 6.2 Meter. Manche mögen jetzt vielleicht denken, dass 6 Meter nicht allzu viel ist. Zum Verständnis der Wellenberechnung:

  • Wellen werden von hinten gemessen.
  • Das Wellenface, also der Teil der Welle den wir vom Strand aus sehen, kann doppelt so groß wie die gemessene Dünungswelle sein!

Warum werden Wellen „von hinten“ gemessen? Man kann natürlich kein Maßband an eine brechende Welle halten weswegen die genaue Wellenhöhe vom Wellenface immer ein ungefährer Wert bleibt. Was man aber sehr exakt bemessen kann ist die Dünung, also die ungebrochene Welle auf dem offenen Meer. Bojen messen konstant und rund um den Erdball jegliche Bewegung im Ozean. Das ist enorm wichtig für die Schiff-Fahrt, Küstenschutz und natürlich für uns Surfer. Die Bojen schlagen aus, sobald eine Welle diese anhebt. Zudem wird der Abstand zur nächsten Welle gemessen, womit man auch die Energie und die Geschwindigkeit der Wellen berechnen kann.  Um so größer die Welle, um so mehr Energie und um so schneller ist die Welle! Demnach kann man eine Big Wave nicht mit einem herkömmlichen Surfbrett bekommen.

Im  Big Wave Surfen spricht man von zwei verschiedenen Arten. Zum einen gibt es das ursprüngliche Paddle-in surfing und zum anderen das Tow-in surfing“.

Hierzu mehr im nächsten Absatz.

Was ist Paddle-in Surfen?

Paddle-in Surfen beschreibt die Urform des Big Wave Surfens. 20 Fuß+ Wellen werden in dieser Kategorie mit reiner Paddle-Power auf sogenannten „Guns“ an gestartet und gesurft.

  • Die Surfbrett-Form „Gun“ fängt ab ca. 7 Fuß an.
  • Bei solchen „kleinen“ Guns spricht man sogar von „Semi-Guns“.

Semi-Guns werden für den erste Schritt um größere Wellen zu bekommen hergenommen.

  • Die Kategorie vor den Guns bezeichnet man als „Step-up“ Surfbretter. Es sind längere Shortboards zwischen 6‘1 - 6‘6 Fuß.
  • Richtige Guns um Big Waves zu surfen sind zwischen 9 – 12 Fuß lang.

Warum sind diese Bretter überhaupt so lang? Um so größer die Welle um so schneller läuft und bricht sie auch. Ein bekannter Spruch aus dem Segelsport lautet „Länge läuft“! Das zählt auch beim Paddle-in Surfen. Im englischen lautet der Slogan „Foam is your friend“. Um so länger das Surfbrett ist, um so mehr Auftrieb bietet es und demnach lässt es sich schneller paddeln. Außerdem gleitet es stabiler in den großen Wellen. Die größte Welle die jemals mit einer 12 Fuß Gun und reiner Paddelkraft an gestartet wurde misst 50 Fuß! Das entspricht 15,24 Meter.

Was versteht man unter Tow-in surfing?

Paddle-in Surfen beschreibt die Urform des Big Wave Surfens. 20 Fuß+ Wellen werden in dieser Kategorie mit reiner Paddle-Power auf sogenannten „Guns“ an gestartet und gesurft.

  • Die Surfbrett-Form „Gun“ fängt ab ca. 7 Fuß an.
  • Bei solchen „kleinen“ Guns spricht man sogar von „Semi-Guns“.

Semi-Guns werden für den erste Schritt um größere Wellen zu bekommen hergenommen.

  • Die Kategorie vor den Guns bezeichnet man als „Step-up“ Surfbretter. Es sind längere Shortboards zwischen 6‘1 - 6‘6 Fuß.
  • Richtige Guns um Big Waves zu surfen sind zwischen 9 – 12 Fuß lang.

Warum sind diese Bretter überhaupt so lang? Um so größer die Welle um so schneller läuft und bricht sie auch. Ein bekannter Spruch aus dem Segelsport lautet „Länge läuft“! Das zählt auch beim Paddle-in Surfen. Im englischen lautet der Slogan „Foam is your friend“. Um so länger das Surfbrett ist, um so mehr Auftrieb bietet es und demnach lässt es sich schneller paddeln. Außerdem gleitet es stabiler in den großen Wellen. Die größte Welle die jemals mit einer 12 Fuß Gun und reiner Paddelkraft an gestartet wurde misst 50 Fuß! Das entspricht 15,24 Meter.

Wie entstand das Big Wave Surfen?

Die Tradition Big Waves zu Surfen geht zurück in die 40er Jahre. Anfang der 50er Jahre entwarf George Downing in Kalifornien das erste, spezielle Big Wave Surfboard. Die bekanntesten und erste ‘big wave celebrities’ sind definitiv Greg Noll und Eddie Aikau. Greg wanderte, mit einigen anderen Big Wave Surfern, nach Hawaii aus und entdeckte zahlreiche Surfspots. Seinen Favorite-Spot in „Waimea Bay“ nannte er liebevoll sein „gal“, also sein Mädchen. Auch unzähligen Surfspots an der Northshore rund um Pipeline wurden entdeckt und bezwungen. Wer sich näher mit den Big Wave Legenden auseinandersetzen will sollte einfach mal nach folgenden Namen suchen: Miki Dora, Jeff Clark, Laird Hamilton, Kai Lenny um nur ein paar zu nennen.

Welches Euipment braucht man zum Big Wave Surfen?

Wenn man dem klassischen Paddle-in frönt braucht man theoretisch nur eine Gun. So hat man es damals gemacht. Sofern eine Leash benutzt wird muss es eine spezielle Big Wave Leash sein. Das heißt die Leash muss entsprechend dick sein damit sie nicht sofort durch die Wucht der großen Wellen reißt. Heute betreibt man den Sport lieber in einem Team mit mindestens einem Partner auf dem Jetski. Eine Drone und ein dazugehöriger Dronen Pilot der mit dem Jetski Fahrer per Funk kommunizieren kann, ist von großem Vorteil. Des weiteren gibt es seit einiger Zeit spezielle Prallschutzwesten mit integrierten Airbags. Diese können bei einem „Hold-Down“ aktiviert werden. Ein Hold-Down beschreibt die Phase in der ein Surfer von einer Welle unter Wasser gehalten wird. Beim Tow-in Surfen bedarf es auf jeden Fall einen Jetski! Dieser muss entsprechend motorisiert sein damit man den Surfer auf dieselbe Geschwindigkeit der Welle bringen kann. Eine „Tow Rope“ oder „Pull Cord“ wird auch noch benötigt. Das ist die Verbindungs-Leine an der am Ende eine Bar befestigt ist mithilfe dessen der Surfer in die Welle reingezogen werden kann. Das Tow-in Surfboard benötigt zusätzlich noch Fußschlaufen.

Gefahren beim Big Wave Surfen

Big Wave Surfen ist ein absoluter Extremsport! Demnach gibt es natürlich auch einige Gefahren. Die folgenden Gefahren sollen euch darauf aufmerksam machen und nicht zur Leichtsinnigkeit verführen. Das aller wichtigste ist auf jeden Fall seine Grenzen zu kennen. Das fängt schon bei „normalen“ Wellen an. Sobald man Angst verspürt sollte man raus aus dem Wasser oder gar nicht erst rein. Bei „Angst“ handelt es sich um eine evolutionär-bedingte Schutzreaktion des Körpers (Überlebensinstinkt) auf die man unbedingt hören sollte. Tut man das nicht begibt man sich in die Gefahr einen Schock zu bekommen. Im Wasser sollte einem das nicht passieren da man unter Schock nicht mehr logisch handelt. Man verfällt in eine Starre oder schnappt nach Luft, während man unter Wasser ist. Beide Szenarien enden nicht schön. Beim Big Wave Surfen kommen weitere Gefahren hinzu:

  • Die Kraft der Welle die einem das Trommelfell zerreißen kann was sich auf den Gelichgewichtssinn auswirkt.
  •  Längere und mehrfache Hold-Downs in einem Set von Big Waves.
  • Die Leash welche eigentlich zur Sicherheit dient damit man nicht ohne Brett in den Strömungen hängt. Sie kann sich um Körperteile wickeln oder im Riff verhaken.
  • Das eigene Big Wave Surfbrett welches sehr viel Gewicht aufweist.
  • Der eigene Partner auf dem Jetski könnte einen übersehen und überfahren.
  • Strömungen sind in großen Wellen deutlich stärker.
  • Big Waves brechen oft in Küstenabschnitten mit sehr grober Küstenlinie - Steilküsten, Riffe, Steine

Wie sieht das Training eines Big Wave Surfers aus?

Das Training und die Vorbereitung eines Big Wave Surfers sieht teilweise komplett anders aus zum Training in herkömmlichen Wellen. Zur Vorbereitung:

  • Surfpots müssen ganz genau analysiert werden.
  • Wann bricht die Welle?
  • Wie bricht die Welle?
  • Wieviel Zeit ist zwischen den Sets?
  • Wo ist der Channel
  • Wie breit ist der Channel?
  • Wo geht es rein?
  • Wo kommt man wieder raus?
  • Wo bekommt man den Jetski ins Wasser?
  • Und zu guter Letzt will man wissen, wie weit es zum nächsten Krankenhaus ist.

Auch das Big Wave Training beinhaltet neben der herkömmlichen Surf-Fitness einige andere Bereiche:

  • Apnoe Training um besser mit den Hold Downs klar zu kommen.
  • Atemtechniken.
  • Spezielles psychisches Training um den Stress besser zu verarbeiten.
  • Jetski Tow-in Trainings um gut mit seinem Partner arbeiten zu können.
  • Underwater Trainings. Steine unter Wasser tragen ist das bekannteste Training.

Man will die Angst nicht überwinden aber die Gefahren bestmöglich durch entsprechende Vorbereitungen und Trainings auf ein Minimum reduzieren.

Wie funktioniert ein Big Wave Contest?

Zunächst mal zu den herkömmlichen Contest Regeln in einem Surf-Wettbewerb: Es gibt mehrere Runden in denen die Surfer in sogenannten Heats von 2-4 Teilnehmern gegeneinander antreten. Die Heats haben eine Zeit zwischen 20 und 30 Minuten.Es gibt eine Maximalzahl an gewerteten Wellen und nur die 2 besten Wellen gehen letztlich in das Ergebnis ein.Es gibt ca. 4 unabhängige Judges die pro gesurfter Welle eine maximale Punktzahl von 10 angeben können. Der Querschnitt aller Judge-Ergebnisse wird als Punktzahl für die jeweilige Welle des Surfers ausgegeben. Demnach ist die höchstmögliche Punktzahl am Ende eines Heats 20 Punkte.

Die 5 Kriterien nach denen gewertet oder auch gejudged wird lauten:

  • Engagement und Schwierigkeitsgrad
  • Innovativität und Progressivität der Manöver
  • Kombination der Manöver
  • Vielzahl von Manövern
  • Geschwindigkeit, Kraft und Flow

Ein Big Wave Contest läuft ähnlich ab aber ein paar wichtige Unterschiede gibt es. Die Heats sind oftmals länger da es bei großen Wellen auch eine große Periode gibt. Die Periode entsteht dadurch dass große Wellen sehr weit und lange über den Ozean wandern. Durch die hohe Periode kommt es mitunter zu sehr langen Set-Pausen. Die folgenden Punkte können in einem Big Wave Contest kaum berücksichtigt werden:

  • Innovativität und Progressivität der Manöver
  • Kombination der Manöver
  • Vielzahl von Manövern

Deshalb sind andere Contest Formate beim Big Wave Surfen deutlich interessanter. Einer der bekanntesten Paddle-in Contests heißt „The Eddie“. Benannt nach einem der wichtigsten Surfer der Geschichte und Botschafter des Sports,  Eddie Aikau. Der Slogan unter dem der Contest steht lautet „Eddie would go!“ weil es heißt dass für ihn keine Welle jemals zu groß gewesen sei um sie Anzupaddeln. Ein weiterer interesannter Contest wird von Red Bull ausgetragen. Es ist ein „Invitational-Contest“. Dass heißt man kann sich nicht einfach anmelden. Man muss eingeladen werden. Demnach ist es eine Ehre für einen Big Wave Surfer zu diesem Contest geladen zu werden da dieser sehr traditionsbewusst ist und viel auf die Werte der Surfer legt. Wenn ein Big Wave Surfer zum Beispiel viel „ablieferte“ im vergangenen Jahr durch sogeannten „send-it“ clips und Fotos stehen die Chancen sehr hoch für eine Einladung. Das interesannteste Big Wave Contest Format ist und bleibt der Big Wave Surfing Award! Es ist ein Contest an dem man garnicht aktiv teilnimmt. Es werden alle möglichen Big Waves, die filmisch festgehalten wurden, in Betracht gezogen. Zuschauer geben ihre Stimme ab und es gibt mehrere Gewinner in folgenden Kategorien:

  • XXL größte Welle
  • Größte Paddle-in Welle
  • Tube des Jahres
  • Beste Gesamtleistung
  • Beste Frauenleistung
  • Wipeout Award
  • Surf des Jahres

Interview mit dem Big Wave Surfer Alex Zirke

Puresurfcamps Teamrider Alex lebt und arbeitet auf der wunderschönen Insel Teneriffa auf den Kanaren. Er ist Besitzer der Surfschule Green Wave Tenerife  und half viele Jahre als Surflehrer im Pure Surfcamp Moliets aus. Seine Green Wave Surfschule setzt sehr hohe Standards in den Surfkursen. Es können wirklich alle Könnerstufen bei ihm lernen, bis hin zum Big Wave Surfen! Wir baten ihn um ein kurzes Interview und stellten ein paar interesannte Fragen zum Thema Big Wave Surfen und wie er sich sonst noch gerne die Zeit vertreibt.

Alex Zirke, Wann hast du angefangen Big Waves zu Surfen und wie kam es dazu?

  • Ich glaube das geht nicht von einem Tag auf den nächsten, ich liebe das Surfen ob groß oder klein ist mir egal, hauptsache Spaß haben. Ich bin sehr langsam und per Zufall da rein gewachsen.

Wie groß war schätzungsweise deine größte Welle? 

  • Hatte leider kein Metermaß dabei ;-) und so oder so es gibt ja viele Theorien wie eine Welle gemessen wird, daher will ich dieses Faß garnicht öffnen.

Was war für dich der beängstigendste Moment beim Big Wave Surfen? 

  • Für mich ist es immer am schlimmsten, wenn irgend einer aus dem Team in eine brenzliche Situation kommt.

Welche Welle steht noch auf deiner „Big Wave bucket list“? 

  • Puh, da gibt es viele, aber definitiv nicht die bekannten spots wie Mavericks, usw. Da gibt es sowieso schon  zu viele Surfer.

Was ist Foil surfing, wie funktioniert es und was ist das Interessante daran?

  • Foil Surfen ist der Hammer, dank des Tragflügels unter dem Board, dem sogenannten Foil (Hydrofoil), hebt sich das Board schon bei kleinen Geschwindigkeiten komplett aus dem Wasser und gleitet mit atemberaubendem Speed über die Wasseroberfläche. Vom Gefühl her, ist es ein Mix aus Fliegen und surfen!!

Fazit Big Wave Surfen

Hier nochmal die Zusammenfassung zum Big Wave Surfen. Was du unbedingt beachten solltest falls du dir als Surfer überlegst in diese Richtung zu gehen:

✔  Big Wave Surfen ist ein absoluter Extremsport der viel Training, Vorbereitung und Erfahrung benötigt.

✔  Bevor du überlegst dich in Big Waves zu wagen solltest du das Surfen lernen.

✔  Danach macht es Sinn mit einem Step up Surfbrett in etwas größeren Wellen zu üben.

✔  Wenn du schon Surfen kannst und den nächsten Schritt wagen willst, empfiehlt es sich einen ganz speziellen Surfkurs im Surfcamp Teneriffa zu besuchen.

✔  Big Wave Surf-Equipment ist recht groß und du solltest dir überlegen wo du dieses Lagern und wie du es an die Surfspots transportieren kannst.

✔  Versuche stetig alle Gefahren auf ein absolutes Minimum zu reduzieren um Stress-Situationen zu vermeiden.

Fazit (Big Wave Surfen): 

Das Surfen in 20 Fuß+ Wellen ist nichts für Jedermann. Aber einfach nur fasziniert Zuschauen macht auch enorm viel Spaß und bringt die Pumpe in Wallung! Es gibt einige Big Wave Surfspots an denen man hautnah dabei sein kann wenn die größten Wellen der Welt geritten werden. In Europa ist der interesannteste Spot Nazare der sehr nah an unserer Sunset Surflodge Ericeira liegt. Die Wellenzeit für Big Waves ist in Nazare zwischen Oktober und März.

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