Ein Neoprenanzug – oft auch einfach Wetsuit genannt – schützt den Körper bei Aktivitäten im Wasser vor Kälte, Wind und Verletzungen. Zusammen mit dem passenden Surfbrett gehört er zur Grundausstattung für alle, die sicher und mit mehr Spaß im Wasser unterwegs sein wollen. Ob beim Surfen, Tauchen, Schwimmen oder Stand-Up-Paddling: Der richtige Wetsuit sorgt dafür, dass du dich frei bewegen kannst und optimal geschützt bist.
Doch nicht jeder Wetsuit ist gleich. Es gibt verschiedene Modelle, Schnitte und Materialstärken – je nach Einsatzbereich, Wassertemperatur und persönlichem Kälteempfinden. Wenn du noch am Anfang stehst oder deinen ersten eigenen Neoprenanzug kaufen willst, kann die große Auswahl schnell unübersichtlich wirken.
In diesem Ratgeber erfährst du, welcher Neoprenanzug zu dir und deinem Surfspot passt, wie du die richtige Neoprendicke auswählst und worauf du beim Anprobieren achten solltest. Zusätzlich geben wir dir 5 praktische Tipps für den Kauf – damit du bestens vorbereitet ins Line-Up starten kannst.
Definition
Was ist ein Neoprenanzug?
Neoprenanzüge gibt es speziell für Männer als auch für Frauen
Ein Neoprenanzug bzw. Wetsuit ist ein spezieller Surfanzug aus dem isolierenden Material Neopren, der dich beim Surfen oder anderen Wassersportarten vor Kälte, Wind und UV-Strahlung schützt. Er liegt wie eine zweite Haut an und hält die Körperwärme dort, wo du sie brauchst: im Wasser.
Neopren ist ein flexibler Schaumstoff mit kleinen Luftbläschen. Diese speichern deine Wärme und sorgen dafür, dass du länger im Wasser bleiben kannst. Zusätzlich bildet sich zwischen Haut und Anzug eine dünne Wasserschicht, die durch deine Körpertemperatur erwärmt wird – so entsteht eine natürliche Isolation.
Wetsuits kommen nicht nur beim Surfen zum Einsatz, sondern auch beim Tauchen, Schwimmen im Freiwasser, Stand-Up-Paddling oder Rafting. In manchen Bereichen – etwa beim Rettungsschwimmen oder Berufstauchen – werden sie sogar im Arbeitsalltag genutzt.
Je nach Sportart, Temperatur und persönlichem Kälteempfinden unterscheiden sich die Anzüge in Schnitt, Dicke und Ausstattung. Die wichtigsten Unterschiede stellen wir dir im nächsten Abschnitt vor – damit du genau weißt, welches Modell zu dir passt.
Je nach Temperatur, Surfspot und persönlichem Kälteempfinden gibt es verschiedene Wetsuit-Modelle – von Fullsuit bis Rashguard. Hier zeigen wir dir die wichtigsten Varianten für deinen nächsten Surftrip.
Steamer / Fullsuit
Der klassische Ganzkörper-Wetsuit mit langen Armen und Beinen – ideal für kaltes Wasser. Er schützt dich zuverlässig vor Auskühlung, Wind und Sonne.
Kurzarm-Neoprenanzug
Lange Beine, kurze Ärmel – perfekt für wärmere Tage mit kühlem Wasser. Bietet guten Schutz und mehr Bewegungsfreiheit im Schulterbereich.
Long John
Ein ärmelloser Wetsuit mit langen Beinen – ideal für warme Gewässer mit kühlen Morgenstunden. Bietet viel Bewegungsfreiheit beim Paddeln.
Shorty
Der Sommerklassiker mit kurzen Ärmeln und Beinen. Geeignet für warme Tage im Wasser – leicht, flexibel und schnell angezogen.
Neoprenjacke
Eine praktische Zusatzschicht für Wind, Pausen oder kühle Abende. Ideal auch für SUP oder als Mix mit Boardshorts.
Lycra / Rashguard
Dünnes, schnelltrocknendes Shirt als Sonnenschutz oder zum Drunterziehen unter den Wetsuit. Perfekt für tropische Surfspots.
Neoprenanzug
Neoprenanzug & Wassertemperatur: Welche Dicke bei welchen Bedingungen?
Die Wahl des Neoprenanzugs richtet sich nach Luft- und Wassertemperatur.
Die Wahl des richtigen Neoprenanzugs hängt maßgeblich von der Wassertemperatur ab – und auch von Wind, Lufttemperatur und deinem persönlichen Kälteempfinden. Grundsätzlich gilt: Je kälter das Wasser, desto dicker das Neopren. Hier findest du eine einfache Orientierung, welcher Wetsuit bei welcher Temperatur sinnvoll ist:
Ab 25 °C: Kein Neopren nötig. Lycra, Rashguards oder UV-Shirts reichen vollkommen aus, um dich vor Sonne und Hautabschürfungen zu schützen – ideal für tropische Gewässer oder heiße Sommertage.
21 °C – 25 °C: 1–2 mm Neoprenjacke, Short John oder Shorty. Leichte Anzüge bieten Schutz bei warmem Wasser und leichtem Wind, ohne deine Bewegungsfreiheit einzuschränken.
18 °C – 20 °C: 2–3/2 mm Neoprenanzüge wie Short John, Shorty oder kurzärmliger Wetsuit schützen dich zuverlässig bei etwas kühleren Temperaturen – perfekt für Frühlingssessions oder windige Spots im Sommer.
12 °C – 17 °C: Hier brauchst du einen 3/2 mm oder 4/3 mm Fullsuit (Steamer). Lange Arme und Beine sorgen für konstanten Wärmeerhalt – optimal für viele europäische Surfspots im Frühjahr und Herbst.
8 °C – 11 °C: 4/3 mm bis 5/4 mm Fullsuits mit versiegelten Nähten halten dich auch bei kühlem Wind und kaltem Wasser warm. Ideal für späte Herbstsessions oder kalte Frühjahre.
Bis 7 °C: Jetzt ist maximale Wärme gefragt: 5/4 mm bis 7 mm Hooded Fullsuits, kombiniert mit Neoprenhaube, Handschuhen und Booties, schützen dich vor dem Auskühlen – vor allem bei Winter-Sessions in Nordeuropa.
Wassertemperatur – Empfohlener Wetsuit
25°+ – Lycra, Rashguard
21° – 25° – 2mm, 1mm (Neoprenjacke, Short John, Shorty)
Bis 7° – 7mm, 6/5mm, 5/4mm (Fullsuit, Hooded Fullsuit)
Surfreiseziele & Wetsuit-Empfehlungen
Folgende Tabellen dienen zur Orientierung und als Hilfestellung für die Wahl des Neoprenanzugs in den jeweiligen Surfdestinationen. Wenn du dir unsicher bist, welchen Wetsuit du für deine Surfurlaub einpacken sollst, lass dich individuell und professionell durch unseren Pure Kundeservice beraten.
Im Wasser und mit der Zeit weitet sich der Wetsuit etwas
Jede Marke variiert bezüglich Größe, Schnitt und Passform des Neoprenanzugs. Wenn du die markenspezifische Größentabelle genau checkst, kannst du später viel Zeit sparen, weil du so weniger Anzüge anprobieren musst. Hersteller wie O´Neill, Ripcurl, Quicksilver, Xcel, Billabong oder Orcabieten eine Übersicht der Größen passend zu den Körpermaßen. Um die passende Neoprenanzug-Größe zu finden, brauchst du also zunächst dein Gewicht und deine Körpergröße.
Wetsuits gibt es von XS bis XXXL. Manche Neoprenanzug-Hersteller bieten außerdem Zwischengrößen für eher kleine und große Menschen an. Bei einem MS oder MT steht der erste Buchstabe für die Grundgröße - M für Medium. Der zweite Buchstabe (S oder T) steht für short oder tall. Ein MS ist also für einen eher kleineren Surfer mit Konfektionsgröße Medium, ein MT für einen größeren Surfer.
Neoprenanzug
Größen & Körperbau
XS S M L XL XXL XXXL
MS LS XLS
ST MT LT XLT
Neoprenanzug
Wie muss ein Neoprenanzug sitzen?
Am Rücken sollte sich der Neo anschmiegen und keine Beulen oder Falten werfen
Ein Neoprenanzug sollte eng anliegen wie eine zweite Haut, aber dir trotzdem genügend Bewegungsfreiheit beim Atmen, Paddeln und Duckdiven lassen. Nur wenn der Wetsuit gut sitzt, kann sich ein dünner Wasserfilm zwischen Haut und Neopren bilden, der sich durch deine Körperwärme aufheizt und dich effektiv vor dem Auskühlen schützt.
Achte beim Anprobieren darauf, dass:
keine großen Falten entstehen, besonders im unteren Rücken oder an den Armen,
sich Ärmel und Beine nicht verdrehen,
die Bündchen an Hals, Armen und Beinen dicht abschließen, ohne einzuschnüren.
Wenn der Wetsuit zu locker sitzt, kann Wasser ungehindert hinein- und wieder herausfließen – die wärmende Funktion geht verloren. Ist er dagegen zu eng, wirst du schnell das Gefühl haben, nicht tief durchatmen oder dich frei bewegen zu können. In diesem Fall ist der Anzug zu klein und ungeeignet für längere Sessions.
Neoprenanzug
Wie zieht man einen Neoprenanzug an?
Erst wenn du untenrum den Neo bis zum Schritt angezogen hast folgt der Rest
Zieh deinen Wetsuit als erstes mit der Beinöffnung über einen Fuß und Knöchel und arbeite dich bis zum Oberschenkel hoch – ein Bein nach dem anderen!
Das Kniepolster sollte gut über deinem Knie sitzen und in der Kniebeuge keine großen Falten entstehen.
Ziehe den Anzug über deine Hüften, bis sich der untere Teil des Neoprenanzugs im Schritt befindet.
Als Nächstes ziehe ihn nun eng über deinen Oberkörper und achte darauf, dass sich keine großen Falten bilden.
Nun ziehst du nacheinander die Arme an. Achte darauf, dass sich das Neopren nicht verdreht.
Zwischen Anzug und Achselhöhle sollte nicht zu viel Platz sein. Ziehe das Neopren bis zu den Schultern nach oben.
Schließe nun vorsichtig den Reißverschluss. Beim Back Zip kannst du danach den Klettverschluss schließen.
Der Hals des Neoprenanzugs sollte direkt an deiner Haut anliegen. Überprüfe die Passform, führe einen Bewegungstest durch und stelle sicher, dass alles gut und bequem sitzt.
Tipp: Mit einem Surfponcho als mobile Umkleidekabine kannst du dich beim Umziehen am Strand vor ungewollten Blicken schützen.
Neoprenanzug
Was trägt man unter einem Neoprenanzug?
Man kann unter einem Neo eine Badehose tragen, angenehm ist das nicht und hat auch keinen Nutzen
Unter einem Neoprenanzug tragen viele Surfer nichts, um die Wärmeisolierung zu maximieren. Alternativ sind ein gut sitzender Bikini, enge Boardshorts oder ein Lycra-Shirt geeignet – weite Kleidung oder Baumwolle eher nicht.
Nackt in den Neoprenanzug
Damit sich der Neoprenanzug wirklich wie eine zweite Haut anfühlt, steigen viele Surfer nackt in ihren Wetsuit. Neoprenanzüge halten schließlich umso wärmer, je enger sie auf der Haut anliegen.
Bikini oder Boardshorts unter dem Neoprenanzug
Möchtest du lieber etwas unter dem Neoprenanzug tragen, empfiehlt sich für Männer eine eng anliegende Badehose. Weite Boardshorts solltest du eher vermeiden, da sich diese aufrollen und dann zu unangenehmen Schürfwunden führen können. Unter dem Neoprenanzug für Damen empfiehlt sich ein gut sitzender Bikini oder Badeanzug.
Unterwäsche unter dem Neoprenanzug
Unterwäsche unter den Neoprenanzug anzuziehen ist eine weitere Möglichkeit, allerdings eher ungünstig. Baumwolle saugt sich stark mit Wasser voll und sitzt meist nicht eng genug, um eine Faltenbildung zu vermeiden.
Lycra-Shirts und Rashguards unter dem Neoprenanzug
Eine weitere Variante sind Lycra Shirts oder Rashguards. Sie liegen sehr eng am Körper an und verhindern Falten im Neoprenanzug. Lycra ist eine sehr elastische, synthetische Kunstfaser. Dadurch entsteht ein sehr leichtes und strapazierbares Kleidungsstück.
Neoprenanzug
Was muss man beim Anziehen noch beachten?
Changing Mat, Handtuch und Dryback gehören zu den Standard Beach Essentials eines jeden Surfers
Am besten ziehst du deinen Neoprenanzug auf einer möglichst sauberen und ebenen Fläche an und aus. Felsen und raue Oberfläche können deinen Surfanzug beschädigen. Kommt Sand in deinen Neoprenanzug, wird es unangenehm. Nutze deinen Surf Poncho, eine Boardbag oder eine Wetsuit Changing Mat als Unterlage, wenn du dich am Strand, am Parkplatz oder auf felsigem Untergrund umziehst.
Achte darauf, dass dein Neoprenanzug auf die richtige Seite gedreht und nirgends verheddert ist.
Benutze beim An- und Ausziehen möglichst nur deine Fingerkuppen. Durch Fingernägel kannst du den Neoprenanzug beschädigen.
Der Neoprenanzug ist nass? Dann nutze eine Anzieh-Hilfe mit einer Plastiktüte oder Socken. Trägst du diese über deinen Füßen und Händen, lassen sie sich leichter in den Neoprenanzug schieben.
Verzichte am besten auf unnötigen Schmuck wie Uhren, Ringe und Ketten. Sie könnten das Material verletzen.
Extra-Tipp: Du willst, dass dein Neoprenanzug lange hält, nicht stinkt und auch nach vielen Sessions wie neu aussieht? Dann schau dir unseren Beitrag zum Thema Neoprenanzug richtig waschen an – mit Schritt-für-Schritt-Anleitung & Pflegehinweisen.
Back Zip, Front Zip, Chest Zip oder No Zip im Vergleich
Welcher Reißverschluss beim Neoprenanzug?
Der Backzip Neoprenanzug hat eine lange Kordel am Verschluss sodass man den Anzug selber zuziehen kann
Der Reißverschluss beeinflusst, wie leicht sich dein Neoprenanzug anziehen lässt – und wie warm und flexibel er ist. Hier ein kurzer Überblick über die gängigsten Varianten:
Back Zip: Reißverschluss am Rücken – einfach an- und auszuziehen, ideal für Anfänger. Lässt aber mehr Wasser rein, daher eher für wärmere Bedingungen geeignet.
Front Zip: Verläuft vorne vom Hals zur Taille. Einfach zu schließen, meist bei kurzen Wetsuits wie Springsuits zu finden.
Chest Zip: Reißverschluss auf der Brust. Warm, flexibel und vergleichsweise dicht – das Anziehen ist etwas anspruchsvoller.
No Zip: Ganz ohne Reißverschluss. Sehr warm und beweglich, aber schwerer anzuziehen. Perfekt für lange Sessions in kaltem Wasser.
Neoprenanzug
Nähte & Versiegelung
Innen ist ein Wetsuit immer blind stiched. Also blind vernäht sodass es zu keinen Schürfwunden kommen kann
Die Beschaffenheit und Versiegelung der Nähte bestimmt, wie viel Wasser in den Neoprenanzug eintritt, wie warm er hält und wie langlebig er ist.
Nähte
Beim Overlock werden zwei Neoprenteile an den Enden übereinander gerollt und miteinander vernäht. Es entsteht eine spürbare Kante, die auf der Haut reiben kann. Bei dieser einfachen Naht kann außerdem viel Wasser eintreten. Dadurch ist sie eher für Springsuits geeignet.
Beim Flatlock vernäht man die Neoprenteile so, dass sie nebeneinander liegen. So entsteht keine Kante. Diese Nähte sind robust, allerdings erfordern sie viele Nählöcher im Material. Zu viel Eintritt von Wasser und Luft sollte durch eine gute zusätzliche Versiegelung vermieden werden.
Beim Blind-Stiched werden die Neoprenteile an den Enden miteinander verklebt. Anschließend werden sie so vernäht, dass der Stich nur durch die Innenseite des Materials geht. Die Außenseite bleibt unversehrt. An der Naht tritt kein Wasser mehr ein. Das macht diese Nahtart perfekt für Winter Wetsuits.
Versiegelung
Glued bedeutet, dass die Neoprenteile verklebt werden und dadurch eine wasserdichte Naht entsteht. Mit Tapes oder Seals wird die geklebte Naht oft zusätzlich verstärkt.
Bei Stitchless Seams wird versucht, Nähte durch eine Kombination aus Kleber und Gummiversiegelung komplett überflüssig zu machen. Hat ein Neoprenanzug zusätzliche Stoffbahnen über den Nähten, sind diese Nähte weniger spürbar und langlebiger. Die Tapes können sich nach einer Weile aber etwas abpellen.
Bei Sealed Seams wurden die einzelnen Teile des Neoprenanzugs mittels Blindstich vernäht und anschließend beidseitig verklebt. Diese Naht-Konstruktion blockiert den Wasserdurchfluss sehr gut und eignet sich besonders für niedrigere Temperaturen. Allerdings macht sie den Neoprenanzug steifer.
Neoprenanzug
Material, Innenfutter & Polsterung
Ein Wetsuit ist ein echtes Hightech Kleidungsstück. Auf dem Etiket wird genau auf die Technologie eingegangen
Beim Neopren gibt es zwei Arten, die sich durch Struktur und Oberfläche unterscheiden.
Doppelt kaschiertes Neopren & Glatthaut Neopren
Doppel kaschiertes Neopren ist widerstandsfähig und dehnbar. Hier wird auf beiden Seiten ein strapazierfähiges Gewebe verarbeitet. Allerdings verstärkt es auch den Auskühlungseffekt. Das Wasser bleibt im Gewebe der Außenseite sitzen und läuft nicht ab.
Bei gleicher Materialstärke ist Glatthaut Neopren wiederum wärmer. Hier kann das Wasser von der glatten, geschlossenen Oberfläche ablaufen, so entsteht kaum Verdunstungskälte.
Eco-Friendly Wetsuits
Neben den klassischen Wetsuits aus Neopren werden auch Surfanzüge aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt. Diese geben bei ihrer Herstellung oft bis zu 80% weniger CO2-Emissionen ab als herkömmliches Neopren. Neoprenfreie, eco-friendly Wetsuits werden ökologisch nachhaltig produziert und bestehen zum Großteil aus Naturkautschuk oder aus recyceltem Neopren.
Neoprenanzug Fütterung
Auch im Inneren des Neoprenanzugs können spezielle Materialien eingesetzt werden. Eine Titaniumschicht im Innenfutter sorgt zum Beispiel für eine bessere Isolierung. Um Wärme zu speichern sind Neoprenanzüge dann teilweise oder ganz mit einer Thermofütterung versehen. Auch Wetsuits mit dünnerem Neopren können dann in kälteren Gewässern eingesetzt werden, da spezielle Futter-Technologien für ausreichend Isolation sorgen.
Neoprenanzug Polsterung
Um extra Wärme zu schaffen, können Wetsuits auch bis in die Beine oder in die Arme gepolstert sein. Meistens ist jedoch lediglich die Körpermitte gepolstert.
Knee Pads im Neoprenanzug
Vor allem Surfanfänger profitieren von guten Knee Pads. Diese schützen nicht nur deine Knie vor Abschürfungen, sondern auch das Neopren. Verstärkte Knie verlängert also das Leben deines Wetsuits.
Neoprenanzug
Welches Design für meinen Wetsuit?
Auch das Design des Neoprenanzugs spielt in der Funktion eine Rolle.
Ob bunt, mit Muster, einfarbig oder einfach schwarz: Wetsuits gibt es in den unterschiedlichsten Designs.
Die meisten Neopren Surfanzüge sind klassisch schwarz, und das aus gutem Grund. Im Gegensatz zu hellen oder bunten Wetsuits, speichern schwarze Neoprenanzüge die Wärme besser.
Schwarze Neoprenanzüge halten die Wärme besser.
Übersicht
Neoprenanzug kaufen
Du bist bereit, dir deinen ersten eigenen Neoprenanzug zuzulegen – weißt aber noch nicht genau, worauf es beim Kauf ankommt? Kein Problem: In diesem Abschnitt findest du alles, was du wissen musst, um den passenden Wetsuit für dich zu finden.
Zuerst zeigen wir dir, welche Kriterien beim Kauf wirklich zählen – von der richtigen Dickebis zur optimalen Passform. Dann klären wir, wann sich ein eigener Neoprenanzug überhaupt lohnt, vor allem wenn du bisher nur Leihanzüge im Camp getragen hast. Und zum Schluss erfährst du, welches zusätzliche Neopren-Zubehör wie Booties, Handschuhe oder Haube sinnvoll ist – besonders wenn du in kalten Gewässern unterwegs bist.
Neoprenanzug kaufen
Welcher Wetsuit passt zu dir? 5 Tipps für den Kauf
Wähle hochwertig! Denn: Kaufst du billig, kaufst du doppelt.
Beim Neoprenanzug kaufen solltest du nicht nur auf Marke oder Preis schauen – entscheidend ist, dass der Wetsuit zu deinem Surflevel, deinem Kälteempfinden und den Bedingungen passt, in denen du unterwegs bist. Damit du beim Kauf keine Fehlentscheidung triffst, findest du hier unsere wichtigsten Tipps:
1. Die richtige Neoprendicke wählen
Ein häufiger Anfängerfehler: Der Wetsuit ist zu dünn – und nach 20 Minuten im Wasser wird’s ungemütlich. Dabei gilt: Je kühler das Wasser, desto dicker sollte dein Neoprenanzug sein.
Als grobe Orientierung:
3/2 mm für Wassertemperaturen ab ca. 17 °C
4/3 mm für Temperaturen zwischen 12 und 17 °C
5/4 mm oder dicker für kaltes Wasser unter 12 °C
Tipp: Achte auf den angegebenen Temperaturbereich und überlege dir, wo du vorwiegend surfen wirst.
2. Dein Wetsuit muss sitzen – wie eine zweite Haut
Ein Neoprenanzug funktioniert nur dann richtig, wenn er eng anliegt. Er darf dich nicht einschnüren, sollte aber keine Falten werfen – weder an den Achseln noch in der Kniekehle. Denn nur so kann sich die dünne Wasserschicht zwischen Haut und Neopren bilden, die deinen Körper warm hält.
Teste: Kannst du dich frei bewegen, paddeln und tief durchatmen? Dann passt der Anzug.
3. Reißverschluss: Backzip, Chestzip oder ohne?
Backzip-Wetsuits sind einfacher anzuziehen und deshalb besonders bei Einsteiger:innen beliebt. Chestzips schließen dichter, halten wärmer, sind aber etwas „fummeliger“ beim Anziehen.
Für wärmere Spots reichen oft Front- oder sogar Zipper-less-Modelle – Hauptsache, du fühlst dich sicher und wohl.
4. Verschiedene Marken, verschiedene Passformen
Nicht jeder Wetsuit passt jeder Körperform – auch wenn die Größe dieselbe ist. Manche Marken schneiden enger an den Schultern, andere weiter an den Hüften. Unser Tipp: Probiere verschiedene Marken an, bevor du dich entscheidest. Was auf dem Papier passt, muss sich am Körper gut anfühlen.
5. Lohnt sich ein eigener Neoprenanzug?
Wenn du erst einmal reinschnuppern willst, reicht ein Leih-Wetsuit im Camp völlig aus. Aber sobald du merkst: „Ich bleib dabei!“, lohnt sich ein eigener Neo schnell – allein wegen der Hygiene, der Passform und des Komforts. Ein guter Einsteiger-Wetsuit kostet zwischen 100 und 200 €, hält aber bei richtiger Pflege mehrere Jahre.
Neoprenanzug
Wann lohnt sich ein eigener Wetsuit?
Ein eigener Neoprenanzug lohnt sich schon nach wenigen Malen im Wasser.
Das kommt ganz darauf an, wie oft du Surfen willst.
Bist du absoluter Neuling und möchtest zum ersten Mal Wellenreiten ausprobieren, brauchst du noch keinen eigenen Neoprenanzug. Surfschulen und Surfcamps bieten eine große Auswahl an Wetsuits zum Verleih an - meist ist der Neoprenanzug direkt im Surfkurs inkludiert.
Warst du bereits öfter auf dem Wasser, hast einen oder mehrere Surfkurse belegt und bist dir sicher, dass du beim Surfen bleiben willst, lohnt sich der Kauf eines eigenen Wetsuits. Je nach Reiseziel zahlst du für einen geliehenen Wetsuit zwischen 5 und 15 € Miete pro Tag. Ein eigener Neo rentiert sich daher schon nach wenigen Malen im Wasser.
info
Neoprenanzug gebraucht kaufen
Vor dem Kauf eines gebrauchten Neoprenanzugs solltest du einige Dinge beachten.
Kleinanzeigenbörsen sind voll mit verlockenden Angeboten. Doch bevor du dich für einen Second Hand Neoprenanzug entscheidest, solltest du folgende Dinge beachten.
Die Größe: Ist der gebrauchte Wetsuit durch häufiges Tragen ausgeleiert und hat er wirklich die richtige Größe? Zu kleine Neoprenanzüge sitzen unangenehm, zu große lassen Wasser rein und kühlen den Körper aus.
Die Passform: Hat sich der Wetsuit schon an die Körperform des Vorgängers angepasst oder ist er noch in einem guten Zustand?
Fehlende Beratung: Kaufst du den Neoprenanzug Second hand, fehlt dir die Beratung und Erfahrung eines Fachmanns.
Alternativ kannst du dich vorab in einem Surfshop beraten und online nach dem passenden, gebrauchten Modell suchen.
Die Hygiene: In dem Material Neopren finden sich immer körpereigene Rückstände. Egal, wie oft der Wetsuit gewaschen und wie gut er gepflegt wurde. Dessen solltest du dir vor dem Kauf bewusst sein.
Die Versiegelung und der Reißverschluss: Nähte, Versiegelungen und Reißverschlüsse sollten genau auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden.
Deinen Wetsuit solltest du am besten nach jeder Nutzung, spätestens nach jeder dritten Session, unter frischem, fließendem Wasser auswaschen. Damit verlängerst du die Lebensdauer deines Wetsuits und sorgst für eine besser Hygiene. So kann er dich weiter wärmen, bleibt elastisch und das Waschen reduziert Gerüche.
Deinen Neoprenanzug trocknest du dann am besten auf links gedreht im Schatten.
Ab und an solltest du deinen Neoprenanzug mit speziellem Neoprenwaschmittel einweichen und per Hand ausspülen. Lagere deinen Wetsuit nicht direkt in der Sonne, sondern auf einem Bügel hängend an einem luftigen und lichtgeschützten Ort. UV-Strahlen können das Neopren beschädigen und spröde werden lassen.
Reinigung
Kann man einen Neoprenanzug in der Waschmaschine waschen?
Das geht, ist allerdings nicht wirklich gut für das Neopren. Besser ist eine Handwäsche mit klarem Wasser, z.B. in der Badewanne. Um Gerüchte und Bakterien zu bekämpfen, kannst du spezielle Neoprenwaschmittel verwenden.
Möchtest du auf die Waschmaschine dennoch nicht verzichten, solltest du auf jeden Fall den Schongang oder das Programm für Wolle wählen.
Dreh den Anzug auf links, schließe die Reißverschlüsse, wasche ihn kalt oder bei 30 Grad und verzichte auf den Schleudergang.
Ab in die Waschmaschine?
Lebensdauer
Wie lange hält ein Neoprenanzug?
Im Gegensatz zum umweltfreundlich Naturkautschuk ist Neopren gegenüber Klebstoffen, Ölen oder Lösungsmitteln widerstandsfähiger.
Außerdem ist Neopren hitzebeständig und bleibt auch nach Einfluss von hohen Temperaturen flexibel.
Da Neopren auch gegen Sonnenlicht, Sand und Staub stand hält, ist er ein echter Schutz vor jeder Art von Witterungsbedingungen.
Grundsätzlich gilt: Je besser du deinen Neoprenanzug pflegst, desto länger hält er.
Je besser du deinen Neoprenanzug pflegst, desto länger hält er.
Übersicht
Wie repariert man einen Neoprenanzug?
Finde heraus, was genau repariert werden muss.
Lösen sich die Nähte auf oder reißt du ein Loch in deinen Neoprenanzug, wird er undicht. Bevor für teures Geld ein Neuer gekauft wird, kannst du versuchen, ihn noch zu retten. Risse und Löcher sind bei dem Material Neopren schnell repariert. Alternativ kannst du den Wetsuit in einem Surfshop professionell reparieren lassen.
Vorbereitung der Reparatur:
Finde heraus, was genau repariert werden muss.
Lasse den Wetsuit vor der Reparatur vollständig trocknen.
Reinige die Stelle mit einem sanften Lösungsmittel oder bürste ihn gründlich ab.
Raue glatte Neoprenanzüge mit etwas Schleifpapier an.
Reparatur
Neoprenanzug Reparatur: Kleben, Nähen, Flicken
Neoprenanzug kleben: Die einfachste Methode. Mit speziellem Neoprenkleber oder Sekundenkleber lässt sich das Material schnell und wirkungsvoll zusammenkleben.
Neoprenanzug nähen: Erfordert etwas mehr Geduld. Hat sich die Naht geöffnet, kann der Neoprenanzug vorsichtig mit einem Zick-Zack-Stich mittels Nähmaschine genäht werden.
Neoprenanzüge flicken oder tapen: Bei größeren Rissen empfiehlt es sich, den Wetsuit mit Hilfe eines Neopren Reparatur-Sets zu flicken oder tapen. Hierbei wird ein Flicken Neopren von außen oder innen aufgeklebt. Ein Tape oder Flicken stellt sicher, dass sich die Stelle nicht weiter öffnet oder weiter reißt.
Kleben ist die einfachste und schnellste Methode.
Übersicht
Welches Zubehör gibt es für Neoprenanzüge?
Neopren-Booties sind bei Wassertemperaturen unter 15°C sinnvoll.
In besonders kaltem Wasser – oder wenn du schnell frierst – solltest du deinen Neoprenanzug mit Booties, Haube und Handschuhen ergänzen.
Unter 17 °C greifen viele Surfer zu Neoprenschuhen (Booties), da Füße besonders kälteempfindlich sind. Zusätzlich schützen sie dich vor scharfem Untergrund, Muscheln oder Seeigeln – besonders an felsigen Spots ein echter Vorteil.
Ab 12 °C Wassertemperatur und darunter wird eine Neoprenhaube empfohlen. Sie verhindert, dass über den Kopf zu viel Wärme verloren geht. Es gibt sie als einzelne Haube, Beanie oder bereits fest integriert in einen Hooded Wetsuit.
Bei Temperaturen unter 8 °C solltest du zusätzlich Neoprenhandschuhe tragen. In Kombination mit einem 5/4 mm, 6/5 mm oder 7 mm Wetsuit mit Haube schützt dich dieses Zubehör selbst bei eisigen Bedingungen zuverlässig vor dem Auskühlen – zum Beispiel bei Winter-Sessions in Nordsee, Irland oder Island.
Tipp: Je besser dein Zubehör passt, desto wärmer bleibst du – und desto länger kannst du entspannt im Wasser bleiben.
Quick-Check
Neoprenanzug
Das Wichtigste zusammengefasst:
✔ Ein Neoprenanzug schützt vor Kälte, Sonneneinstrahlung und Kratzern
✔ Je kälter das Wasser, desto dicker und wärmer der Neoprenanzug.
✔ Die Wahl des Neoprenanzugs richtet sich nach Luft- und Wassertemperatur sowie persönlichem Kälteempfinden.
✔ Schnitt, Größe, Neopren Dicke, Material, Versiegelung, Verschlussart, Design: Neoprenanzüge gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Für jeden Surfer findet sich der richtige Wetsuit!
✔ Ein Neoprenanzug muss sehr eng anliegen, perfekt sitzen und sich wie eine zweite Haut anfühlen. Ohne Falten, aber mit Bewegungsfreiheit.
✔ Lass dich beim Kauf eines Neoprenanzugs ausführlich beraten, teste verschiedene Modelle, achte auf die richtige Passform und wähle hochwertig.
✔ Je besser du deinen Neoprenanzug pflegst, desto länger hält er. Wasche ihn regelmäßig aus und trockne ihn auf einem Bügel hängend einem luftigen und lichtgeschützten Ort.
✔ Kleine Risse und Löcher kannst du simpel selbst reparieren: Kleben, Nähen oder Flicken.
Neoprenanzug (Wetsuit) | Pure Surfcamps
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