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Alles über Mark Healey im Pure Surfcamps Blog

Mark Healey, der "Hell Man" der Unterwasserwelt

Der Furchtlose unter den Furchtlosen.

Seine Big-Wave-Abenteuer lassen einen immer wieder fassungslos dasitzen. Auch unter der Wasseroberfläche zeigt er Skills, die nichts für jedermann wären. Minutenlang liegt er am Meeresboden und wartet mit seiner Harpune auf Beute. Und schwimmt dann durch Zufall ein dicker, fleischiger Hai vorbei, warum nicht kurz rübertauchen und sich an der Flosse ein bisschen mitziehen lassen? Viele kennen Mark Healey nur von Bildern und Videos.

Wir stellen den „Hell Man“ der Unterwasserwelt vor.

Auch wenn er es nicht von sich behaupten würde, Mark Healey scheint immun gegen Angst zu sein, zumindest wenn es um den Ozean geht. Was einem durchschnittlichen Menschen eine absolute Überdosis Adrenalin verpassen würde, ist für den „Charles Bronson des Surfens“ Alltag. Dabei ist das Meer für ihn mehr als nur ein Spielplatz, auf dem er sich seine Kicks holen kann. Es ist sein Zuhause, sein Leben – wie es sich für einen richtigen Waterman eben gehört. Dass das so ist, ist alles andere als ein Zufall.

Geboren wurde er am 02. Dezember 1981 auf Oahu/ Hawaii.

Angeblich rollten an diesem Tag die größten Wellen seit dem legendären Winter von 1969 auf die North Shore zu. Schon mit drei Jahren packte er den kleinen Mark in eine Schwimmweste und paddelte mit ihm bei drei Meter hohen Wellen aufs Meer hinaus. So erlebte er schon in jungen Jahren Waschgänge, die selbst einem guten deutschen Surfer Angst eingejagt hätten. Jedes normale Kind hätte dadurch eine Wasser und Wellen Phobie entwickelt. Nicht so Mark Healey.

Er gewöhnte sich daran, den Kräften des Ozeans ausgesetzt zu sein. Wie viele hawaiianische Watermen hatte auch er es als hellhäutiges Kind in der Schule nicht leicht. Und auch er lernte, diesen sozialen Druck in Motivation umzuwandeln und so immer in die größten und heftigsten Wellen zu paddeln. Das zeichnete ihn aus. Sein Surfen war nicht von einem überdurchschnittlich technischen Niveau. Er zeigte keine verrückten Sprünge oder Tricks. Aber wenn die Wellen an Oahus North Shore groß wurden, war er zur Stelle.

An einem Ort wie Hawaii, wo sich jeden Winter alle Surf ­Medien der Welt versammeln und keine Welle unfotografiert gesurft wird, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf den mutigen Jungen aufmerksam würde. Mit 14 hatte er dementsprechend bereits sein erstes Cover­Foto auf dem „Surfer Magazine“. Es zeigte ihn, wie er im freien Fall in eine riesige Waimea­Welle droppte und dabei mit aller Kraft das Rail seines Surfboards festhielt. Ein absolut spektakuläres Bild, das zudem sinnbildlich für Mark Healeys Art zu surfen war. Bevor er überhaupt Auto fahren durfte, hatte er also schon geschafft, was gestandenen Surf­Profis ihr Leben lang verwehrt blieb. Dennoch kam es überraschend, dass er mit 17 einen Sponsoring­ Vertrag angeboten bekam.

Er hatte sich zu dem Zeitpunkt eigentlich bereits zu einem Studium in Meeresbiologie entschlossen.

Allzu unglücklich dürfte er darüber heute nicht sein. Sein Sponsor verlangte von ihm nicht, die klassische Surf­ Karriere einzuschlagen, sondern unterstützte ihn einfach bei dem, was er am besten konnte: dicke Wellen jagen. Und genau das macht er seitdem. Heute gehört er zur absoluten Elite der Big­ Wave ­Surfer und ist fester Bestandteil der Big Wave World Tour. Und selbst in diesem äußerst elitären Kreis zeichnet er sich immer wieder durch die absolute Nichtberücksichtigung seiner körperlichen Unversehrtheit aus, indem er Monster anpaddelt, bei denen die Chancen äußerst gering sind, sie zu bewältigen.

Allein seine spektakulären Stürze würden für eine Karriere ausreichen.

Dies liegt aber auch hauptsächlich daran, dass er in Wellen paddelt, in die sich 99 Prozent der übrigen Big­ Wave ­Surfer mit einem Jetski ziehen lassen würden. Doch genau darin liegt für ihn die Herausforderung. Obwohl er Tow­ in­ Surfen nicht komplett abgeneigt ist, greift er auf dieses Hilfsmittel erst zu­ rück, wenn mit purer Muskelkraft wirklich gar nichts mehr geht.

Hätte er dies im Dezember 2001 nicht getan, wäre er wohl ertrunken.

An einem riesigen Tag in Jaws vor Maui wurde er von ei­ner Welle so heftig gewaschen, dass es ihm die Rettungsweste vom Leib riss und sein Trommelfell platzte. Dadurch verlor er komplett die Orientierung und bekam noch drei Wellen auf den Kopf, bevor ihn sein Partner mit dem Jetski erreichen konnte. Ohne diese Hilfe wäre Mark Healey wahrscheinlich ertrunken, obwohl er unter Wasser vier Minuten lang ohne Sauerstoff auskommt. Für sehr lan­ge Zeit die Luft anhalten zu können ist da oft von Vorteil. Als der Waterman, der er ist, nutzt er diese Fähigkeit aber auch an­ derweitig. So ist er nicht nur ein Weltklasse­Big­Wave­Surfer, sondern auch ein erstklassiger Speerfischer. 2011 gewann er sogar den Spear Fishing World Cup in La Paz/Mexiko. Er kann ohne Weiteres bis auf 30 Meter tief tauchen, dort unten eine ganze Weile verhar­ren und auf die dicksten Fische warten.

Diese gewaltige Lungenkapazität weiß Healey aber auch noch für weitere Unterwasserabenteuer zu nutzen.

Ironischerweise war es eines dieser Abenteuer, die eigentlich mehr ein Hobby für ihn sind, das ihm die größte Aufmerksamkeit in den Medien einbrachte. Vor der Küste von Mexiko tauchte er mit Weißen Haien und ließ sich sogar von einem besonders gewaltigen Exemplar ziehen. Das Gan­ze ließ er mit einer Kamera seines Sponsors GoPro filmen. Das Re­sultat: Große Magazine wie „National Geographic“, „Men’s Journal“ oder „Outside“ berichteten über den Hawaiianer. Es gibt Kritiker, die solch ein Unterfangen für leichtsinnig, wenn nicht sogar für kom­plett dumm halten.

Aber Healey weiß, was er tut, und verliert dabei nicht den Respekt vor dem Ozean und dessen Lebewesen. Mit seiner Shark­ Diving­ Aktion wollte er der Öffentlichkeit zeigen, dass Haie keine blutrünstigen Killer sind. Auch sonst sieht sich Mark Healey als Umweltaktivist. Sein Gemüse baut er daher biologisch nachhaltig in seinem eigenen Garten an und als guter Speerfischer jagt er sich seine Proteinrationen selber. Seine Philosophie ist es, dass die Menschen nur das beschützen, was sie auch wertschätzen. Die Schönheit der Meere zu vermitteln ist daher zu einer Lebensaufgabe für ihn geworden.

Sein einziges Projekt wird dies aber wohl nicht bleiben, viel zu um­ triebig ist der Tausendsassa.

So surfte er die ewig lange, „Siberner Drache“ genannte Gezeitenwelle im Qiantang­ Fluss in China oder begab sich auf einen Surf­Trip in den eisigen Norden Norwegens, um dort Wellen zu surfen, die vor ihm noch nie ein Mensch gesurft hatte.
Wenn er nicht gerade Events wie den Volcom Pipeline Pro moderiert, jobbt er als ­ Stuntman, springt aus Flugzeugen, betreibt Yoga oder geht mit Pfeil und Bogen jagen. Ein perfekter Waterman zu sein scheint Mark Healey schon lange nicht mehr zu reichen.

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