Adrian Siebert – unser Headcoach
30.05.2016

Adrian Siebert – unser Headcoach

Adrian Siebert ist ein echtes Unikat und gerade deshalb Teil des PURE Teams. Der 30-Jährige Berufs-Zigeuner und Lebenskünstler ist einer der gewissenhaftesten und besten Surfcoaches in den Wäldern von Südfrankreich. Auf dem Longboard zählt er zu den elegantesten der Republik, aber auch auf dem Shortboard kann er sich sehen lassen. Wie das Leben als Dauer-Surfcoach bei Puresurfcamps und Neo-Frankreich-Local aussieht, fragten wir ihn direkt in seiner Wahlheimat Moliets-Plage.

Hallo Adrian, woher, wie alt, warum hier im Süden Frankreichs?

Grebendorf, 30, bin hier irgendwann einfach im Pinienwald von Les Landes hängen geblieben.

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Was machst du hier?

Ich arbeite als Headcoach im Puresurfcamps.

Seit wann arbeitest du für PURE und wie lange bist du schon in Frankreich?

Seit Zweitausen… (lange Pause, kurzes räuspern) ungefähr im Jahre eins oder zwei nach Jesus Christus. Nee, keine Ahnung. Seit 2011 oder 2012. Ich habe hier schon zu Rainbowtours Zeiten gearbeitet. Ich bin nach dem Abi Reisen und Surfen gegangen und in St Girons hängen geblieben. Ich bin dann ab und an auf die Campingplätze gelaufen, um den Surfcamps Essen zu klauen, da ich kein Geld hatte. Als ich so richtig pleite war, musste ich wohl oder übel Arbeiten gehen. Surfcamps waren mir vorher nie ein Begriff, nur daher, da man da halt Essen klauen konnte.

Was ist der wichtigste Charakterzug, den ein Surflehrer haben muss, um einen guten Job zu machen?

Schwierige Frage. Ich glaube man kann es nicht am Charakter festmachen. Verschiedene Charaktere können unterschiedliche Dinge gut als Lehrer vermitteln. Was man unbedingt braucht ist Motivation. Man muss sie immer wieder entfachen, um gute Kurse abliefern zu können. Je nach Surfschüler passt ein anderer Charakter an Surflehrer. Ich bin ja Headcoach und versuche immer je nach Gruppe den passenden Coach zu finden. Unsere Lehrer sind krass unterschiedliche Typen. Aber eins steht fest. Autist sollte man als Surflehrer nicht sein. Man sollte schon vor einer Gruppe frei sprechen können.

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Du bist jetzt schon seit Ewigkeiten dabei und arbeitest als Headcoach. Gibt es da noch Ziele, die man auf seiner Karriereleiter erreichen will?

Naja, ich würde das jetzt nicht als Karriere bezeichnen, eher als Anti-Karriere. Noch tiefer sinken geht ja nicht. Es kann also in Zukunft nur nach Oben gehen. Ich stehe also ganz gut da, was die Zukunft angeht.

Gibt es denn Pläne abseits des Surfcamp-Business?

Nee!

Du hast von den verschiedenen Charakteren bei den Surflehrern gesprochen. Einer deiner Teamkollegen ist ja Alex Tesch. Ihr beide seid wie Tag und Nacht. Alex deckt sein Auto jeden Tag unter einer Plane ab, damit es nicht zu staubt und fegt jedes einzelne Sandkorn aus seinem Caravan. Du lebst in einem moosbewachsenen, klapprigen Wohnwagen in dem jeder Asthmatiker direkt sterben würde. Verträgt man sich trotzdem?

Ach klar, gerade weil wir so unterschiedlich sind. Wir reisen privat viel zusammen und lernen täglich vom anderen. Alex wird langsam etwas lockerer und das spiegelt sich in meinen Augen auch in seinem Surfen wieder. Ich werde durch ihn etwas bestimmter und organisierter, zumindest was das Surfen angeht. Da profitieren wir gut von einander.

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Du bist ja viel auf dem Longboard unterwegs. Wie siehst du selbst die deutsche Longboard-Szene?

Mh, da gibt es ja leider nicht viele gute Leute und es kommt auch nicht viel hinterher. Ich produziere ja fleißig Videos und Longboard-Geschichten, aber Früchte trägt das irgendwie nicht.

Wie kommt das?

Ach, ich denke, dass der deutsche Surfer ja viel Reisen muss und die meisten so eine neun, zehn Fuß Planke eher abschreckt. Man braucht schon mindestens einen großen Bus, um mit dem Longboard von A nach B zu kommen. Hinzu kommt, dass Longboarden ja immer noch einen Nische im Sport ist.

Du verbringst den Großteil des Jahres am französischen Atlantik. Wann ist hier die beste Jahreszeit für dich?

Auf jeden Fall im Herbst. Warmes Wasser, wenig Wind, starke Wellen… Das ist für die meisten guten Surfer die bevorzugte Jahreszeit.

Und wenn man, wie deine Kunden, mit dem Wellenreiten anfangen will?

Auf jeden Fall der Sommer. Da sind die Wellen recht moderat.

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Jetzt hast du dich ja schon fast französisch eingeheiratet. Kannst du dir vorstellen in Frankreich dauerhaft zu leben?

Auf jeden Fall. Ich bin ja jetzt schon sieben, acht Monate im Jahr hier. Mir gefällt es hier einfach und wir planen auf jeden Fall das ganze Jahr über hier zu leben.

Viele Deutsche, die nach Frankreich gezogen sind, leben den Status eines „Expats“. Würde dich das stören?

Nee, man ist ja jetzt schon immer in einer Art geschlossenen Kommune unterwegs. Wenn du im Surfcamp arbeitest und lebst bist du ja kaum „draußen“. Wenn wir hier das ganze Jahr sein sollten, wird das wahrscheinlich so ähnlich weiter laufen. Wir werden dann eine Art WG mit „Aussteigern“, bzw. den Jungs, die hier für die Surffirmen arbeiten, gründen. Da sehe ich mich weniger mit den ländlichen Franzosen zusammen Autos tunen oder Ähnliches.

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Fühlst du dich dann manchmal wie ein Zuwanderer in Deutschland?

Nee, ich glaub nicht, ich weiß ja nicht, wie er sich fühlt. Ich will mich ja gar nicht integrieren, ich will ja nur ihre Ressourcen stehlen und ihre Wellen surfen. Nee, im Ernst. Ich glaube ich habe da echt das Glück, dass ich eine französische Freundin habe und ihre Familie hier in der Gegend lebt. Daher fühle ich mich schon zu Hause und habe Anschluss.

Aber wer das nicht hat, welche Tipps kannst du einem mitgeben?

Man muss es einfach für sich ausprobieren. Es wird auf jeden Fall ein krasser Schritt und seinen Charakter sicher beeinflussen. Man kann schon Gefahr laufen etwas einsam und etwas verrückt zu werden. Man trifft da schon immer wieder Leute, die echt seltsam werden. Ich habe da Gott sei Dank genug Leute, die mir da immer wieder in den Hintern treten und mich auf die richtige Bahn lenken….

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Hast du Lust, von Adrian das Surfen zu lernen? Dann besuch ihn im Pure Surfcamp Moliets, wo er Headcoach ist! Alle Infos dazu findest du hier:

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