Interview mit dem deutschen Vizemeister Tobi
12.02.2016

Interview mit dem deutschen Vizemeister Tobi

Tobi Schröder ist fester Bestandteil des Pure Surfteams. Der 21-Jährige ist momentan Vizemeister bei den Open Men der Deutschen Meisterschaften und arbeitet als Surfcoach in unserem Surfcamp Moliets. Der in München geborene, aber in Südafrika lebende, fast zwei Meter große Riese führt ein beneidenswertes Leben. Wenn er nicht gerade wie im letzten Sommer als Surflehrer arbeitet, dann lebt er in einer schicken Lodge direkt vor einer der besten Wellen der Welt: J-Bay!

Hey Tobi, du hast einen deutschen Pass, richtig? Trotzdem lebst du einen Großteil deines Lebens in Südafrika. Wie kam das und wo bist du geboren?

Ich bin in München geboren. Meine Eltern sind von Deutschland nach Jeffreys Bay ausgewandert, als ich fünf Jahre alt war. Sie haben dort Urlaub gemacht und sich sofort in den Ort verliebt. Wir haben den gesamten Urlaub dort verbracht. Obwohl sie selber gar nicht surfen, war ihnen wohl sofort klar, dass es J-Bay sein wird. Es war eine reine Glückssache, ich hätte überall landen können. Jeffreys Bay ist ja nur ein kleines Fischerdörfchen…

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Waren deine Eltern denn grundsätzlich am Auswandern interessiert oder war es echt Liebe auf den ersten Blick?

Es war eigentlich richtig Liebe auf den ersten Blick. Das schöne Land, die netten Leute, verliebt in das Meer und das kleine Jeffreys Bay. Geplant auszuwandern hatten sie überhaupt nicht.

Wie bist du sprachlich großgezogen worden? Du hast einen lustigen Akzent…


Also zu Hause sprechen wir immer Deutsch. Wir haben auch immer nur deutsches Fernsehen geschaut, was viel bringt, um die Sprache zu lernen. In der Schule hatte ich die letzten Jahre Deutsch als Nebenfach. Vor allem beim Lesen und Schreiben musste ich da noch viel dazulernen. Ansonsten spricht man im Alltag Englisch. Englisch und Afrikaans sind die Sprachen, die man mit allen anderen spricht.

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Du bist frischgebackener deutscher Vizemeister. Glückwunsch dazu! Wie kamst du aber darauf, bei einer DM und auch bei den ADH mitzumachen, wenn du in Jeffreys Bay wohnst?

Ich hatte 2013 angefangen, in München Ingenieurwesen zu studieren und wollte einfach mal schauen, wie es mir gefällt. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass das nicht meins ist. Dadurch kam ich aber auf die ADH Open, meinen ersten deutschen Contest in französischem Wasser. Kurz darauf habe ich angefangen, als Surflehrer im PURE Surfcamp Moliets zu arbeiten, und somit war auch die DM nicht mehr so weit weg.

Wie bist du zum PURE Surfteam gekommen?


Über eine Bekannte. Sie erzählte mir von PURE, da sie dort gearbeitet hatte. Ich kam zu dem Zeitpunkt gerade nach Frankreich, um für die DM zu trainieren. Das war damals das erste Mal, dass ich in Frankreich war und das erste Mal, dass ich für einen Contest an einem Beachbreak trainieren musste. Zu Hause haben wir ja fast nur Riffe. Daher wollte ich etwas früher hin und schauen, wie Frankreich so ist. Und dann hat Ole (Campleiter des Moliets Camps) mich eingeladen, bei ihm im Camp zu wohnen. Irgendwann fragte er mich, ob ich nicht die Ausbildung zum Surflehrer machen möchte, um das Jahr darauf im Surfcamp Moliets zu arbeiten. Das habe ich dann gemacht. Mir hat die Stimmung hier megagut gefallen, und das Team war supernett.

Zurück zur DM… Was denkt man als südafrikanischer Powersurfer über das deutsche Surflevel?


Ich wusste bereits, dass das deutsche Surfen ziemlich international ist. Ich habe ja vorher schon für das deutsche Team bei den U18 in Peru und Panama mitgesurft und kannte daher schon die Bergwinkls und Glatzers. Dadurch war mir klar, dass das Level höher ist, als was die restliche Welt vom deutschen Surfen hält. Ich fand es aber superspannend, mal die echte deutsche Surfszene kennenzulernen und einfach mitzumachen…

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Wie viele Monate im Jahr bist du in Südafrika und wie viele Monate in Frankreich bzw. Deutschland?


Das letzte Jahr war ich bestimmt drei Monate in Europa unterwegs, sprich zwei Monate in Frankreich und einen Monat in München. Die restliche Zeit war ich in Südafrika.

Ihr habt eine Surf Lodge in Südafrika, richtig? Kann man sich da als normaler Gast einbuchen, wenn man mal die Points von J-Bay surfen will?

Ja, auf jeden Fall! J-Bay ist echt ein perfekter Ort für jeden Surfer, egal ob Anfänger oder Profi. Man hat einen Beachbreak mit leichten Wellen für Anfänger, einen entspannten Pointbreak für Durchschnittssurfer und dann die krassen, High-Performance-Wellen wie Supertubes. Hinzu kommt, dass das Wetter die meiste Zeit gut ist, selbst im Winter. Außerdem sind die „Big Five“ gleich um die Ecke. Jeder, der nach Südafrika kommt, will auch mal Löwen und Elefanten sehen, und das geht bei uns super! Wir bieten Touren zu den höchsten Bungee Jumps der Welt, Kanufahrten durch abgelegene Flüsse und vieles mehr an. Innerhalb von einer Stunde Radius um das Haus gibt es jede Menge Aktivitäten.

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Gehst du selbst auch noch auf Safari?


Ja, auf jeden Fall! Als Tourguide begleite ich unsere Gäste oft. Es wird nie langweilig, da man immer wieder neue Tiere entdeckt und noch echt raue Natur erlebt. Das ist schon etwas anderes als ein Zoobesuch. Die kleinen Game Parks sind ca. 40 Minuten und die größeren etwa eine Stunde entfernt. So kann man morgens surfen und anschließend auf Safari gehen…

Wie ist die Surfszene in J-Bay?

Sie besteht hauptsächlich aus Surftourismus. Dadurch, dass der Ort so bekannt ist, kommen Surfer aus der ganzen Welt, und die Surf-Community ist so richtig bunt gemischt. Richtig voll wird es im Wasser nie da man so viele Spots zur Auswahl hat. Die Community, wie die Supertubes-Foundation, kümmert sich um Beach Cleanups, baut Duschen an den Strand und passt darauf auf, dass der Ort schön bleibt und nicht runtergewirtschaftet wird.

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Apropos aufpassen: Anscheinend muss man ja auch im Wasser aufpassen wie wir neulich als Augenzeugen selbst miterleben durften. Wie nervig ist es, jetzt von aller Welt auf Haie angesprochen zu werden, und wie gefährlich ist es im Wasser wirklich?

Meiner Meinung nach war das keine Haiattacke. Es gab keinerlei Anzeichen, dass der Hai Mick Fanning wirklich angreifen wollte. Ich denke, der hatte sich einfach in seiner Leash verhangen. Natürlich gibt es Haie da draußen, das kann man nicht wegreden. Aber meine Freunde und ich surfen dort täglich stundenlang und mehrmals am Tag und es stört uns nie. Es ist keine große Gefahr. Die Medien haben das richtig hochgeblasen, und Mick Fannning ist jetzt berühmt bei jedermann. Seine Sponsoren müssen sich krass gefreut haben…

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?


Ich will im März wieder anfangen in München BWL zu studieren. Die Surflodge South Africa läuft parallel weiter. Aber das Studium ist mein Main-Fokus, obwohl ich in J-Bay mit der Lodge ja einen Traumjob habe.

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Sieht man dich dann öfters am Eisbach?


Ja, auf jeden Fall. Ich habe es auch schon ein paar Mal ausprobiert. Macht viel Spaß und man fühlt sich zumindest als wenn man jeden Tag surfen geht. Das ist besser als sich jeden Tag Surfvideos anzuschauen und in Heimweh zu schwelgen…

Sponsoren: Surf Lodge Südafrika, PURE Surfcamps.

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